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Frachtführerversicherung

Wer für fremde Personen Waren transportiert trägt eine hohe Verantwortung. Kommt es beim Transport zu einem Schaden muss der Frachtführer in vollem Umfang haften. Bei hohen Schäden kann dies schnell zum finanziellen Ruin führen. Deshalb ist der Abschluss einer Frachtführerversicherung im Transportgewerbe unabdingbar. Werden zur Frachtbeförderung Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen eingesetzt ist der Abschluss einer Frachtführerversicherung gesetzlich vorgeschrieben.

Wer benötigt eine Frachtführerversicherung?

Als Frachtführer gelten Personen, welche mit Liefer- oder Lastkraftwagen Waren für Dritte transportieren. Dabei kann es trotz größter Sorgfalt jederzeit zu einem Unfall kommen. Zudem bestehen bei einem Transport noch zahlreiche weitere Risiken. So kann es beim Be- und Entladen oder auch aufgrund einer schlecht gesicherten Ladung zu einem Schaden kommen. Die Gefahr eines Diebstahls sowie einer Beschädigung aufgrund von Vandalismus ist ebenfalls sehr hoch. Naturgewalten wie Hagel oder Sturm sorgen ebenfalls immer wieder für Transportschäden. Deshalb ist eine entsprechende Versicherung unabhängig von einer gesetzlichen Verpflichtung unabdingbar.

Eine Frachtführerversicherung benötigen insbesondere:

  • Spediteure und Frachtführer, welche gewerbliche Transporte durchführen
  • Produktzusteller im Unternehmensauftrag
  • Auftragsfahrer mit vertragsgebundenen Lasten.
  • Fahrer von Lastkraftwagen und Transportverantwortliche für übernommene Güter
  • Werkverkehrsführer im Unternehmensauftrag

Für wen besteht eine Versicherungspflicht?

Die Bestimmungen über eine verpflichtende Frachtführerversicherung sind im § 7a GüKG sowie in den Geschäftsbedingungen der Transportunternehmer geregelt. Danach besteht eine Versicherungspflicht wenn Unternehmen gewerbsmäßig für Dritte Waren transportieren und dabei Fahrzeuge mit einem höheren zulässigen Gesamtgewicht als 3,5 Tonnen einsetzen.

Leistungen der Frachtführerversicherung

Die Frachtführerversicherung ersetzt den finanziellen Schaden, wenn vom Frachtführer beförderte Waren und Güter beschädigt werden oder abhandenkommen. Dabei sind alle Schäden bis zur gesetzlichen Haftungshöhe abgesichert. Zudem kommt die Frachtführerversicherung für den finanziellen Schaden auf, wenn die beförderten Güter zu spät ausgeliefert werden. So kann es passieren, dass bei verspätet zugestellten Sendungen die Produktion zum Erliegen kommt. Diese Kosten können dann ebenfalls dem Frachtführer in Rechnung gestellt werden.

Dazu bietet die Frachtführerversicherung für das versicherte Unternehmen einen passiven Rechtsschutz an. Alle Schadensersatzforderungen werden zunächst auf ihre Berechtigung geprüft. Kommen die Experten zum Ergebnis, dass die angemeldeten Ansprüche unberechtigt sind, werden diese von der Frachtführerversicherung abgewehrt. Dabei werden alle anfallenden Kosten für Gericht Anwälte oder Sachverständige von der Versicherung übernommen.

Je nach Assekuranz lassen sich noch weitere Risiken mit einer Frachtführerversicherung absichern. Hierzu gehört beispielsweise die Kostenübernahme für eine Bergung oder die Entsorgung von beschädigten Gütern.

Mögliche Schadensfälle bei der Frachtführerversicherung

Aufgrund einer Panne ist der Frachtführer nicht in der Lage, die geladenen Waren zum vereinbarten Zeitpunkt zuzustellen. Beim Empfänger handelt es sich um ein Bauunternehmen, welches durch die Verspätung seinen Auftrag nicht pünktlich fertigstellen kann. Daraufhin muss der Bauunternehmer eine Vertragsstrafe zahlen, welche dieser anschließend dem Frachtführer in Rechnung stellt. In diesem Fall übernimmt die Frachtführerversicherung die entstandenen Kosten.

Der Frachtführer muss vor einem Stauende scharf bremsen wodurch sich die Ladung verschiebt und beschädigt wird. Der Kunde fordert daraufhin Schadensersatz für die defekte Ware sowie die Kosten einer erneuten Zustellung. Auch hier würden die kompletten Kosten von der Frachtführerversicherung übernommen.

Berechnung der Haftungshöhe

In den letzten Jahren wurde das Transportrecht europaweit vereinheitlicht. Dies gilt auch für die Haftungshöhe des Frachtführers. Sofern keine anderweitigen Vereinbarungen beträgt diese 8,33 Sonderziehungsrechten (SZR) pro Kilogramm. Ein Sonderziehungsrecht entspricht umgerechnet etwa 1,20 Euro. Daraus ergibt sich für jedes Kilo transportierte Ware ein Haftungsbetrag von etwa 10 Euro. Der genaue Wert eines Sonderziehungsrechtes kann variieren und richtet sich nach dem aktuellen Dollarkurs. Frachtführer haben zudem die Möglichkeit mit ihren Kunden auch abweichende Haftungsgrenzen zu vereinbaren. Diese können wahlweise zwischen 2 und 40 SZR/kg betragen.

Unterschied zwischen Frachtführerversicherung und Transportversicherung

Die Frachtversicherung sichert für einen Frachtführer die Beförderung von fremden Waren ab. Dagegen wird eine Transportversicherung von Unternehmen abgeschlossen, welche ihre eigenen Waren und Güter befördern möchten. Dabei ist es unerheblich ob der Transport selbst oder von einem fremden Unternehmen durchgeführt wird. Eine Transportversicherung ist durchaus sinnvoll, da die Haftung bei der Frachtführerversicherung gesetzlich begrenzt ist. Im Falle eines Totalschadens kann es passieren, dass die Entschädigungssumme nicht zur kompletten Schadensdeckung ausreicht.

Was kostet eine Frachtführerversicherung?

Die zu zahlende Prämie für eine Frachtführerversicherung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu gehört neben dem beförderten Frachtgut auch die Haftungshöhe sowie das verwendete Fahrzeug. Wichtig ist zudem der geografische Bereich, den ein Frachtführer abdeckt. Je größer dieser ausfällt, desto höher ist auch die Prämie.

Kriterien für die Prämie:

  • Art der beförderten Waren (einfache Güter oder hochwertige Elektronikgeräte?)
  • Verwendete Fahrzeuge (Größe, Nutzlast oder Aufbau etc.)
  • Aktionsradius des Frachtführers (regionale, deutschlandweite oder europaweite Transporte)
  • Höhe der gewünschten Haftung (2 bis 40 SZR/kg).

Die Prämien können je nach Versicherer durchaus unterschiedlich ausfallen. Deshalb ist es ratsam, vorab einen genauen Vergleich durchzuführen. Dabei sollten Frachtführer jedoch nicht ausschließlich auf die Prämie achten. Ebenso wichtig ist, dass die angebotenen Leistungen auf den individuellen Bedarf zugeschnitten ist. Nur so ist sichergestellt, dass der Versicherungsnehmer bei einem Schadensfall optimal abgesichert ist.


Was sagen unsere Kunden zu Frachtführerversicherung von Gewerbeversicherung24?


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