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Bauherrenhaftpflichtversicherung

Ist die Entscheidung für den Bau einer Immobilie gefallen sollten sich Bauherren Gedanken über den erforderlichen Versicherungsschutz machen. Eine Bauherrenhaftpflicht gehört dabei zu den wichtigsten Absicherungen. Diese schützt den Bauherren, wenn dritte Personen auf der Baustelle zu Schaden kommen. Neben Personenschäden übernimmt die Bauherrenhaftpflicht auch Sachschäden sowie daraus entstehende Vermögensschäden. Bei den Prämien gibt es ebenso wie bei den angebotenen Leistungen deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Ein genauer Vergleich ist deshalb in jedem Falle zu empfehlen.

Bauherrenhaftpflicht ist für alle Bauherren ein Muss

Auf einer Baustelle hält sich jeden Tag eine Vielzahl von Personen wie Handwerker oder Architekten oder Zulieferer aus. Dabei besitzen Baustellen eine große Zahl an Gefahrenquellen. So können Menschen durch ein unzureichend gesichertes Gerüst oder herumfliegende Bauteile verletzt bzw. Fahrzeuge beschädigt werden. Insbesondere bei Personenschäden drohen hohe Schadensersatzforderungen von mehreren Millionen Euro. Die Betriebshaftpflichtversicherung bietet ebenso wie die private Haftpflicht für solche Fälle keinen ausreichenden Schutz.

Pflichten der Bauherren im Einzelnen:

  • Auswahlpflicht (Es dürfen ausschließlich qualifizierte Unternehmen und Handwerker beauftragt werden.
  • Verkehrssicherungspflicht (Bauherren müssen sich persönlich davon überzeugen, dass die Baustelle ausreichend gesichert ist und beispielsweise keine Bauteile lose herumliegen).
  • Überwachungspflicht (Bauherren sind dazu verpflichtet die Arbeiten der beauftragten Firmen im Rahmen eines zumutbaren Bereichs zu überwachen).
  • Eingreifpflicht (Sind Gefahren erkennbar muss der Bauherr sofort eingreifen und diese beseitigen.

In der Praxis ist es kaum möglich, diesen Pflichten zu jedem Zeitpunkt nachzukommen. Bei einer Vernachlässigung der Pflichten müssen Bauherren für einen daraus resultierenden Schaden in voller Höhe haften. Dies kann im schlimmsten Fall sowohl geschäftlich wie auch privat den finanziellen Ruin bedeuten. Selbst wenn der Schaden von einem der Handwerker verursacht wurde, kann sich der Geschädigte mit seinen Forderungen direkt an den Bauherren wenden.

Was leistet die Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Die Bauherrenhaftpflicht tritt immer dann ein, wenn der Versicherungsnehmer seine Pflichten verletzt. Kommt es aufgrund einer solchen Pflichtversetzung zu einem Schaden so wird dieser durch die Bauherrenhaftpflicht übernommen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen Neubau oder einen Umbau handelt. Entscheidend ist dabei immer eine ausreichend hohe Deckungssumme.

Abgedeckt sind:

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • daraus resultierende Vermögensschäden

Dazu übernimmt die Bauherrenhaftpflicht die Aufgabe eines passiven Rechtsschutzes. Alle gegen den Bauherren gestellte Ansprüche werden zunächst eingehend geprüft. Nicht berechtigte Forderungen werden durch die Versicherung falls erforderlich auch per Gericht abgewehrt. Dabei werden sämtliche Kosten für Anwälte, Gericht oder Gutachter von der Bauherrenhaftpflicht übernommen.

Durch die Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht abgedeckt werden Schäden aufgrund von Feuer. Hierfür sollten Bauherren eine separate Feuer-Rohbauversicherung abschließen. Zudem bietet die Bauherrenhaftpflicht bei Diebstahl nur einen begrenzten Versicherungsschutz. Erstattet werden ausschließlich die Kosten für fest mit dem Gebäude verbundenen Teile.

Der Bauherr selbst sowie sein Ehepartner sind durch die Bauherrenhaftpflicht nicht versichert. Diese haben jedoch die Möglichkeit, sich über eine Bauberufsgenossenschaft zu versichern. Die Prämien hierfür betragen rund 450 Euro pro Monat.

Die günstigsten Anbieter im Test

Wie hoch die Prämie für eine Bauherrenhaftpflicht ausfällt, hängt immer von der jeweiligen Bausumme ab. In der Regel verlangen die Versicherer ein Promille der Bausumme. Dieser Betrag wird jedoch nur einmalig fällig. Dass es auch günstiger geht, zeigt eine Untersuchung der Zeitschrift Finanztest (Ausgabe 05/2011). In dieser hatte Finanztest die Leistungen und Prämien von insgesamt 40 Anbieter für eine Bauherrenhaftpflicht unter die Lupe genommen.

Günstigste Policen für eine Bausumme von 250.000 Euro:

  • Huk-Coburg (98 Euro)
  • Haftpflichtkasse Darmstadt (101 Euro)
  • Medien (101 Euro)
  • Bruderhilfe (113 Euro)
  • Helvetia (125 Euro)
  • Itzehoer (128 Euro)

Die Huk-Coburg konnte im Test mit dem günstigsten Angebot überzeugen. Dazu bietet der Versicherer ebenso wie die anderen genannten Unternehmen alle wichtigen Zusatzleistungen für eine Bauherrenhaftpflicht.

Hierzu gehören:

  • Sachschäden aufgrund einer Absenkung des Geländes oder einen Erdrutsches
  • Durch Gewässerveränderung bedingte Schäden, wenn diese aus kleineren Behältern des Bauherren stammen
  • Sachschäden durch Erschütterungen aufgrund von Rammarbeiten
  • Allmählichkeitsschäden durch das Einwirken von Temperatur, Dämpfen, Gasen, Feuchtigkeit oder Niederschlag.

Der Direktversicherer Asstel bot im Test ebenfalls eine günstige Bauherrenhaftpflicht für 103 Euro an, jedoch sind bei dieser die ersten drei Punkte nicht versichert.

Beim Abschluss auf die Bedingungen achten

Neben Prämien und Leistungen spielen auch die Versicherungsbedingungen eine wichtige Rolle bei der Suche nach einer Bauherrenhaftpflicht. Die Police hat in der Regel eine Laufzeit von zwei Jahren und endet nach Fertigstellung automatisch. Auf die folgenden Kriterien sollte beim Vergleich der Bedingungen besonders geachtet werden:

  • Bei einigen Versicherern wird eine Selbstbeteiligung verlangt. Es gibt jedoch auch Angebote ohne Selbstbehalt, die von der Prämie nicht teurer sind.
  • Kleinere Umbauten werden unter Umständen bereits durch die private oder gewerbliche Haftpflicht abgedeckt.
  • Für Eingeleistungen besteht in einigen Tarifen nur eine sehr geringe Deckungssumme.
  • Allmählichkeitsschäden werden oftmals nur gegen einen zusätzlichen Aufpreis übernommen.

Entscheidend bei einem Vergleich ist immer ein möglichst gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bauherren sollten darauf achten, dass neben der Prämie möglichst umfassende Leistungen sowie faire Bedingungen angeboten werden.


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